Geschichte der Kirchengemeinde
Die Geschichte des Ortes Angeltürn in dem kleinen Seitental der Umpfer ist in vielem vergleichbar den Geschichten anderer Gemeinden im Bauland. Sie ist geprägt von häufigem Besitzerwechsel: Verkauf, Verpfändung und Tausch unter den Herrschenden, den 'Edelherren' und Rittern und Ordensbischöfen.
Das Schicksal Angeltürns ist von früher Zeit an mit Boxberg verbunden, auch wenn in einer Urkunde aus dem Jahr 1764 - es geht um einen Streit, ob die hohe Kurpfalz schon vor 1589 die Landesherrlichkeit innehatte - geschrieben steht: "Der fleckchen Angelthurn führte immerhin sein eigenes, in einem streitt urm bestehendes Dorff und Gerichtswappen, hatte vor undenklichen Jahren her seine eigene pfarrey, Schultheißen, Bürgermeister und Gericht."
Nach dem Tod des letzten Rosenbergers 1572 wurde Angeltürn in der Folgezeit Eigentum vieler Herrschaften. Unter der Herrschaft derer von Dienheim mussten die Bewohner 1589 den Glauben ihres Herrn annehmen und protestantisch werden. Der katholische Pfarrer wurde vertrieben. Ein 'Pfalzpfarrer' kam von Boxberg und versah den Dienst. Dagegen wurde im 30jährigen Krieg 1624 der protestantische Pfarrer von Tilly weggeschickt. Da außerdem das Pfarrhaus zerstört wurde, hatte Angeltürn danach keinen evangelischen Pfarrer mehr, sondern wird seitdem von Wölchingen bzw. Boxberg aus betreut.
Katastrophen, wie die Pestzeiten 1612 und 1618, dezimierten die Bevölkerung. Der 30jährige Krieg brachte Leid und Tod. Mehrmals verwüsteten Soldaten und umherziehende Banden das Dorf, plünderten, schändeten, brandschatzten und mordeten. Die letzten Besitzer waren ab 1764 die Freiherren von Fick. Ein Grabstein auf dem Friedhof berichtet vom 'letzten seines Stammes, Franz von Fick, verstorben am 8. Juli 1879.'
Angeltürn: ein kleines Dorf, eine kleine Schar, eine alte, große Tradition, die bis heute prägt, und eine Geschichte der Untergänge und immer neuen Anfänge, der Schuld und der gnädigen Hilfe und Bewahrung Gottes.